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salsa-geschichteDie Karibikinseln Kuba und Puerto Rico gelten als die Wiege der Salsa. Der spätestens seit dem Kinoerfolg „Buena Vista Social Club“ bekannt gewordene son cubano ist nur eine von vielen Wurzeln, aus denen sich vor rund einer Generation die „heiße Soße“ namens Salsa entwickelt hat. Andere „Ur-Rhythmen“, die mit einflossen, sind beispielsweise die Rumba und Guajira, der Cha-cha-cha und der Mambo. Auswanderer aus Mittel- und Südamerika brachten die unterschiedlichsten Latino-Rhythmen in die USA und somit nach New York, Miami und Los Angeles, wo sich, wiederum unter dem Einfluss einheimischer Musiker, die zahlreichen Zweige herausbildeten, die die Blüten der Salsa schließlich über die gesamte Welt verbreiteten.

Der Film „Dirty Dancing“ verhalf der feurigen Mixtur zum großen Durchbruch in Europa. Während in den Ursprungsländern die Nachahmer von Legenden wie Tito Puente, dem „King of Mambo“, Celia Cruz, der „Queen of Salsa“, Johnny Pacheco oder Edi Torres noch heute ihre Tanzschüler die feinen Unterschiede lehren, vereinen Fans in Deutschland unter dem Überbegriff Salsa gemeinhin alles, was einander im Takt ähnelt. Umso bedeutsamer ist es, wenn einige Tanzschulen Wert darauf legen, in ihren Kursen neben dem nötigen Gespür für Rhythmus und Takt auch die unterschiedlichen Stilrichtungen und Wurzeln aufzuzeigen.

Die Stilrichtungen der Salsa ...:
Salsa lässt sich entsprechend ihrer kulturellen Einflüsse und Vorlieben in drei Hauptformen untergliedern:

  • Südamerikanischer Stil: Wie bei der Cucaracha – zu deutsch: Küchenschabe –, einem folkloristischen Tanz aus Südamerika, gehen die Bewegungen hierbei hüftbetont und weich zur Seite. Die Körperbewegung spielt eine wesentliche Rolle, denn Südamerikaner tanzen nach Gehör und Gefühl, also nach der Musik, und nicht nach Takt. Man sagt: „Sie können die Musik fühlen, aber nicht zählen“. Salsa nach Art der Einwohner von Peru, Kolumbien, Venezuela oder Ecuador zeichnet sich durch traditionell-folkloristische Elemente aus und wird als Paartanz eng und nah am Körper des Partners getanzt.
  • Kubanischer Stil: Etwas schneller und temperamentvoller kommt die kubanische Salsa daher. Ihr Stil ist sehr dogmatisch und weniger elegant, dafür sehr erotisch. Es werden alle vier Takte getanzt – inklusive dem „tep“, der ansonsten für eine  Pause genutzt wird. Beide Schritte werden nach hinten gesetzt, wobei sich der ganze Körper wie eine „wiegende Acht“ bewegt. Die Vermischung mit Jazzelementen und rockigen Klängen macht die Salsa cubana abwechslungsreich und interessant, aber für ungeübte Ohren oft auch schwieriger tanzbar.
  • New York Style: In New York entwickelte sich aus den Ghetto-Tänzen der Schwarzen und lateinamerikanischen Einwanderer, gemischt mit Jazzelementen der weißen und schwarzen US-Amerikaner eine multikulturelle Mixtur, die in den Latin Hustle, den Mambo-Palladium-Style und den Stil der Salsa popular unterteilt werden kann. Mambo-Tänzer tanzen sehr exakt „auf die Clave“, das heißt nach dem Klang der beiden typischen Holzstäbe, die gegeneinander geschlagen werden. Sie beginnen mit dem Schritte zählen „on two“, also „auf die Zwei“ und zählen dabei durch bis acht. Der Grundschritt wird sehr elegant ausgeführt, immer mit links nach vorne und rechts nach hinten. Auf dieselbe Art wird bei den Drehungen verfahren. Schrittkombinationen und Soloschritte sind ebenso Teil des Tanzes wie akrobatische Figuren aller Art von elegant über erotisch bis hin zu halsbrecherisch kühn.


... und verwandter Latino-Tänze:
Merengue: Ein gutes Körpergefühl entwickelt der Tänzer auch bei der Merengue, einem Tanz, der wie die Bachata aus der Dominikanischen Republik stammt. Hierbei gehen die Hauptbewegungen in kleinen Schritten zur Seite, wobei sich die Hüfte sehr stark bewegt und das Becken kreist. Diese Art zu tanzen rührt ursprünglich daher, dass die Sklaven während der Arbeit aufgrund ihrer angelegten Fußketten und Fesseln nur derart eingeschränkte Bewegungen vollführen konnten. Aus einem traurigen Anlass entwickelte sich eine der zugleich gefühlvollsten und lebensbejahenden Tanzrichtungen. Sänger wie Juan Luis Guerra vereinigen in ihren Liedern schwungvolle Rhythmen mit anspruchsvollen Texten.

Text und Fotos: Reinhold Wagner
www.regiosalsa.de

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