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Chancenungleichheit Kulturforum FreiburgFreiburger Parteien antworten auf die Fragen von Thelma Basil, Miglena Hristozova, Nikoleta Wittmer, Fedoua Hamman vom Migrant_Innenbeirat Freiburg im Hinblick auf die Landtagswahl 2021. (Die Antworten sind nach Eintreffen der Antworten sortiert und sollten in Leichter Sprache formuliert sein.)

Thelma Basil: 2. Welche Maßnahmen würden Sie ergreifen, gerade auch nach dem Lockdown und der Schulschließung, damit der Unterschied bei den Schulleistungen und somit auch die Chancenungleichheit bei Schüler:innen mit und ohne Migrationshintergrund nicht ...

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Gabi Rolland SPD Landtagswahl 2Gabi Rolland | SPD

Gabi Rolland: Die SPD Landtagsfraktion hat bereits im Juni 2020 ein Konzept mit allen Beteiligten an einer Schule erarbeitet: das krisenfeste Klassenzimmer. Ein wichtiger Punkt dabei ist der Wechselunterricht, dass also nicht alle Schülerinnen und Schüler zusammen im Unterricht sind, sondern gewechselt wird zwischen Fern- und Präsenzunterricht. Darüber hinaus halten wir es für dringend erforderlich, dass die Schülerinnen und Schüler mit Endgeräten ausgestattet werden und, sofern sie zuhause kein gutes Netz zur Verfügung haben in der Schule arbeiten können. Der Notbetreuung kommt ebenfalls große Bedeutung zu – nicht nur Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten oder von ihrem Arbeitgeber aus kein Homeoffice machen können, sollten in Genuß dieser Betreuung kommen, sondern auch diejenigen, die zu Hause kein Umfeld für gutes Lernen haben. Ferner braucht es für die Notbetreuung auch Standards, die eingehalten werden müssen. Dazu mache ich am kommenden Freitag wieder einen Runden Tisch Bildung mit Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften.

Grundsätzlich halte ich die Gemeinschaftsschule für die bestes Schulart. Dort findet gemeinsames Lernen statt und die Kinder werden mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten an ihren Lernerfolg geführt. In dieser Schulart steht das Kind im Mittelpunkt. Es hat sich gezeigt, dass die Kinder der Gemeinschaftsschule sehr viel besser mit den Herausforderungen der Pandemie klar gekommen sind als andere. Die SPD will die von ihre 2011 eingeführte Gemeinschaftsschule weiter ausbauen und weiterentwickeln

FDP, Fr. SchäferMarianne Schäfer | FDP

Marianne Schäfer: Digitales Lernen kann die Unterschiede reduzieren, wenn es gut gemacht ist. Dafür braucht jedes Kind ein Tablet oder PC und einen guten Internetzugang. Und wir müssen endlich eine Wissensplattform aufbauen, auf die die Kinder zugreifen können. Jederzeit und auf alle Ressourcen, sodass man auch selbstständig lernen kann. Videos von Unterrichtseinheiten können dann auf andere Sprachen übersetzt werden und dabei helfen, wenn sprachliche Hürden bestehen. Das kann auch den Eltern helfen zu verstehen was ihr Kind gerade lernt. Dann können die Eltern ihre Kinder besser unterstützen.

Um die Zeit der Schulschließung aufzuholen fände ich es gut, wenn wir eine 'Summer School' einrichten. Die Schulen sollen in den Sommerferien Unterricht anbieten. Dort können Kinder den Stoff nachholen, bei dem sie Probleme hatten. Dabei wäre es möglich kleine Gruppen zu bilden und die Kinder individueller zu begleiten. So kann jetzt akkut gegen die Ungerechtigkeiten aus der Coronakrise vorgegangen werden.

Dr. Arndt MichaelDr. Arndt Michael | CDU

Dr. Arndt Michael: Zentral sind die Informationen und Stärkung der Eltern mit dem Ziel der stärkeren Unterstützung ihrer Kinder. Ebenso wichtig sind die Stärkung der Selbstwirksamkeit und Förderung Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler. Schließlich sollten, ganz konkret, zusätzliche Angebote z.B. an Samstagen und in den Ferien gemeinsam für Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund angeboten werden.

 

Michael Herder CDU Freiburg DreisamtalManuel Herder | CDU | Wahlkreis Freiburg-Hochschwarzwald

Manuel Herder: Es geht mir in erster Linie um Chancengerechtigkeit. Wir müssen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür sorgen, dass sich jedes Kind in die Richtung entwickeln kann, wo es seine Stärken hat.

 

 

imke pirch landtagswahlImke Pirch | Die Linke

Imke Pirch: DIE LINKE fordert in ihrem Wahlprogramm die Förderung des muttersprachlichen Unterrichts. Das ist ein Baustein, mit dem wir den Werdegang von Kindern mit Migrationserfahrung erleichtern wollen. Dazu gehört auch die Förderung sozialer, kultureller und politischer Selbstorganisation, verpflichtende antirassistische und interkulturelle Weiterbildung von Lehrkräften und die Einstellung von Menschen mit Migrationserfahrung im öffentlichen Dienst. Sprachkurse sollen kostenlos werden, um Teilhabe zu vereinfachen. Grundsätzlich stellen wir uns eine Schule mit kleineren Klassen und sehr viel mehr Lehrer:innen vor, in der Schüler:innen individuelle gefördert werden können. Außerdem wollen wir Schulsozialarbeit deutlich ausbauen und die Lehrer:innen durch multiprofessionelle Teams stärken.  Nicht der Geldbeutel der Eltern, nicht der soziale Status, nicht die Herkunft soll über die Lebenschancen der Kinder entscheiden, sondern nur sie, ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse. Unsere zentrale Idee lautet:  Länger gemeinsam Lernen in einer Schule für alle.

Nadyne Saint Cast Bündnis90 DieGrünen Kulturforum Freiburg V2 Nadyne Saint-Cast, Bündnis 90/Die Grünen, Kandidatin Freiburg II

Jedes Kind muss unabhängig seiner Herkunft gefördert werden. Mir ist wichtig, dass wir Kitas und Grundschulen stärken. Denn hier wird der Grundstein für den Bildungserfolg der Kinder gelegt. Hierzu gehört mehr Personal in den Kitas und Grundschulen sowie der Ausbau der Ganztagesgrundschulen. Längeres gemeinsames Lernen in Form von Gemeinschaftsschulen ist ein Baustein, um allen Kindern gute Chancen zu eröffnen.

Siehe auch:

Gebührenfreie Kindergärten Kulturforum Freiburg

 

 

 

 

 

 

 

Chancenungleichheit Kulturforum Freiburg

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