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oleg popovNicht nur in Deutschland lebende Russen besuchen Vorstellungen des Grossen Russischen Staatscircus, um den Mann zu sehen, den sie seit ihrer Jugend kennen:  Oleg Popov, mit dessen TV Sendung Budilnik (Der Wecker) sie seinerzeit jeden Sonntagvormittag in den Tag starteten. Auch das Publikum in den USA, Australien und Europa hat den Clown mit der roten Kartoffelnase, dem karierten Hut, der weißen Blume und seine komischen Reprisen schon längst ins Herz geschlossen.

Als junger Mann hat Oleg Popov eigentlich einen „ordentlichen“ Beruf erlernt – Schlosser. Doch schon bald zog es ihn in die Manege. In Moskau besuchte er die berühmte Zirkusakademie und hat dort alle Genres der Zirkuskunst gelernt. Da war er noch einer unter vielen. Doch seine große Chance sollte kommen – und er hat sie genutzt.

Jonglieren, Tanzen, Trapez, Seiltanzen, Ballett, Mimik, Singen und Musizieren, Oleg kann alles. Dann kommt der Moment, der sein Leben für immer verändert: Er muss bei einer Clownnummer bei seinem damals berühmten Kollegen Borovikov einspringen und findet seine Berufung: Clown sein! Mit schnell aus der Küche eingesammelten Kartoffeln, Gabeln und Pfannen improvisiert er eine Parodie auf das Jonglieren. Mit seinen komischen, nie aber bösen Reprisen erobert er im Handumdrehen die Gunst des Publikums. Ein neuer Star unter den Clowns ist geboren und sein Aufstieg ist kometenhaft. Nur ein Jahr später erhält er in Warschau bereits die Auszeichnung „Narodni Artist“, die höchste Auszeichnung für Künstler in der damaligen UDSSR.

Anfang der 60er-Jahre startet Oleg Popov seinen Siegeszug um die Welt. Nicht nur in Deutschland und Frankreich wird er zu den ganz Großen gezählt. Vom Spiegel bis zur Frankfurter Allgemeinen: Nicht nur das Publikum, auch die Journalisten reißen sich um den „Superclown“. 1981 erhält er beim Festival International du Cirque de Monte-Carlo  aus den Händen der Fürstin Gracia Patricia, die absolut entzückt von ihm ist, die höchste Auszeichnung, sozusagen den Oscar der Zirkuswelt, den „Goldenen Clown“.

Die Clownsfigur Popov ist inspiriert von Ivanuschka, einer Figur aus der alten
russischen Folklore. Dessen Kunst besteht darin, mit und über eine andere Figur einen Witz zu machen, sich dabei aber auch selbstironisch an die eigene Nase zu fassen. Mit dieser versöhnlichen Komik erobert Popov die Herzen seiner Zuschauer. Immer wieder wird Oleg Popov mit Charlie Chaplin verglichen, wohl deswegen, weil er genauso romantisch, genauso komisch, genauso satirisch, genauso poetisch, aber auch genauso politisch wie Chaplin seine Späße treibt.

“Der Circus ist der einzige Platz, an dem man immer Kind bleibt“, sagt Popov, der sich als ein großes Kind versteht und deswegen in seiner Komik auch von Kindern verstanden wird. Noch heute erreichen ihn jährlich Auftritts-Angebote aus den USA, Australien, Japan und Südamerika. Seit 1991 allerdings bleibt Oleg Popov mit dem Herzen dem Grossen Russischen Staatscircus treu. In dieser Zeit hat er keine einzige der rund 8000 Vorstellungen hat er ausfallen lassen, ob er erkältet war oder in Trauer, der Profi mit der eisernen Disziplin ließ sich nie etwas anmerken.

Jung bleibt Oleg Popov wohl auch durch seine 32 Jahre jüngere Frau Gabriele, mit der sich einen Lebenstraum verwirklicht hat:  Beide wohnen auf einem Gestüt in der Nähe von Nürnberg und züchten Pferde. Im Fernsehen und im Zirkus tritt Popov nur aus seiner Leidenschaft für das Clownsein auf und tüftelt in seiner Freizeit noch immer an neuen Reprisen und deren technischer Umsetzung.

Popov lernt seine Frau Gabi in den neunziger Jahren während einer Vorstellung in Salzburg kennen. Die junge Frau arbeitet damals auf dem Gestüt ihrer Eltern und bekommt für die Vorstellung, die sie wegen der Kosakenpferde unbedingt sehen will, nur noch einen Stehplatz. – Schicksal? Oleg Popov: „Ich sah sie von Weitem und dachte, was für schöne Augen, und organisierte ihr natürlich sofort eine Stuhl.

Nach der Show besuchte sie mich in meinem Umkleidewagen und fragte nach einem Autogramm und ich nach der Telefonnummer. Als ich sie nach wenigen Tagen anrufen wollte, hatte ich die Nummer verloren.  Nach lange Suchen fand ich den Zettel wieder, das Beste aber war, dass sie nur Deutsch und ich nur Russisch konnte. Irgendwie verständigten wir uns aber doch. Nach einem Jahr waren wir verheiratet. Die Hochzeit wurde von vielen Medien begleitet und auch vom amerikanischen Fernsehen übertragen. Gabi spricht inzwischen perfekt russisch und ist  auch in der Manege mein Partner geworden.“
www.staatscircus.com

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