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PfefferNachhaltiger Luxus – das Wayanad-Pefferkorn Projekt

Die Geschichte des Wayanad TGSEB

Eingebettet in die nebelumhüllten Berge der bis in eine Höhe von 2.100 m reichenden West-Ghats in Kerala, Südindien, liegen Gewürzwälder der Region Wayanad. Sie sind nicht nur die Heimat einiger ursprünglich lebender, indigener Stämme, sondern auch die des hoch gelobten, aber extrem seltenen Wayand Pfefferkorns. Es ist der offiziell hochwertigste Pfeffer der Welt, der auch als Wayanadan TGSEB oder Tellicherry Garbled Special Extra Bold bezeichnet wird.

TGSEB zeichnet sich durch besondere Größe, Farbe, Duft und Aroma aus. Weniger als 10 % der gesamten Ernte können so klassifiziert werden. Der Durchmesser eines Pfefferkorns muss mindestens 4.75 mm betragen.

Urspung und Gewürzhandel

Um sich Wayanadan TGSEB nennen zu dürfen, muss der Pfeffer von einer traditionellen Sorte, die sich ‘The Wayanadan’, nennt und die nur in der Region Wayanad wächst, stammen. Die Geschichtsschreibung dokumentiert, dass es der Wayanad-Peffer war, der den Entdecker und Eroberer Vasco da Gama im Jahre 1498 in Kerala anlanden ließ. Er war der erste Europäer, der nach einer Vielzahl gescheiterter Reisen, die tausende Leben kosteten, Indien auf dem Seeweg erreichte. Der Wayanad-Peffer und der Gewürzhandel ließen nicht nur die Wirtschaft des Portugiesischen Imperium aufblühen, sondern ebneten den Weg für die heutige Globalisierung.

Der Niedergang des Wayanad Pfeffers

Aufgrund niedriger Erträge und geringer Nachfrage der großen Händler verschwand der Wayanad-Pfeffer fast völlig – die Bauern ersetzten ihn durch Hochertragssorten und Hybride. Aber in einer Zeit wo es scheint, dass man fast alles und überall anpflanzen kann, bekommt Wayanad als Pfefferanbaugebiet die starke Konkurrenz neuer Pfefferanbauländer wie Brasilien , Vietnam und Indonesien zu spüren. Finanzstark und ausgerüstet mit moderner Technologie stellen diese aufstrebenden Nationen die Region Wayanad vor große Herausforderungen. Dies geht soweit, dass Bauern in Wayanad bereit sind, den Pfefferanbau ganz aufzugeben.

Der Projekthintergrund

Das Wayanad-Projekt ist ein Joint Venture zwischen Vanamoolika, einer Gruppe von Wayanad Biobauern und World of Origins, Teil eines in Kerala beheimateten Handelsunternehmens, das seit 1921 besteht. Vanamoolika ist eine Gruppe von 400 lokalen Bauern, die nach streng biologischen und traditionellen Anbaumethoden Landwirtschaft betreiben. Die Non-Profit-Organisation unter Leitung des charismatischen P.J. Chackochan arbeitet nach dem Motto ‘Gesunde Menschen - reichhaltige Natur’. Unglücklicherweise bieten die Märkte in einer aufstrebenden Nation wie Indien kaum Entwicklungsraum für wirtschaftlich wenig profitable Systeme wie Biolandbau, so dass Gruppen wie Vanamoolika finanziell immer am Rande der Existenzfähigkeit arbeiten. Und sie sind stark abhängig von ausländischen Käufern. Aber auch die internationalen Märkte sind schwieriges Terrain, und so hat die Gesamtsituation negative Auswirkungen auf die natürlichen und sozialen Strukturen in Wayanad.

Vision und Ziele des Projekts

Die Projektförderer World of Origins haben erkannt, dass es dringend gilt, die lokale Wirtschaft und lokales Erbe zu erhalten. So kam es zum Joint Venture, bei dem Vanamoolika den tollen Pfeffer und die Inspiration und World of Origins das Business-Know beisteuern. Die Vision des Projekts ist, den ursprünglichen ‘The Wayanadan’ TGSEB in seiner Ursprungsregion Ursprungsangabe zu promoten und zu schützen, um dadurch lokales Natur- und Kulturerbe zu erhalten, Identität zu stiften und ein Momentum der Nachhaltigkeit für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen.

Herausforderung 2014

Im Jahr 2013 begannen wir mit dem Projekt und wir standen vor zahlreichen Herausforderungen. Nach Jahren des im wahrsten Sinne des Wortes ‚Schattendaseins’ war die Sorte ‚Wayanad’ praktisch verschwunden. Glücklicherweise gab es einige ganz wenige Bauern in Wayanad, die aus rein nostalgischen Gründen diese Sorte weiter kultivierten.

Als diese identifiziert waren kamen die nächste Herausforderungen, nämlich Beschaffung und Verarbeitung. Alle Aspekte der Wirtschaftlichkeit zunächst ignorierend, ging es uns vor allem darum, den Prozess zu strukturieren. So umfasste die allererste Ernte von 2014 gerade mal ein Volumen von 151 kg Wayanad TGSEB. Mit 400 Bauern ist Vanamoolika bei weitem keine kleine Gruppe, aber die Erntemenge zeigte uns, wie wenig es von diesem Pfeffer überhaupt noch gab. Aber schon die Ernte 2015 sieht viel versprechender aus, dank Bewusstseinsbildung und langfristiger Ausrichtung und Verpflichtung.

Die K BY TYNDIS[1] Wayanadan TGSEB Pefferkörner sind von Hand abgefüllt durch eine Frauen-Selbsthilfegruppe von Vanamoolika. Jedes Glas ist persönlich geprüft und signiert von P.J. Chackochan, dem Vorsitzenden von Vanamoolika.

Vanamoolika ist auch Partner der Freiburger Kaffeerösterei ‚Elephant Beans’, die nicht nur diesen Pfeffer, sondern auch hervorragenden Kaffee aus Wayanad anbieten.


[1]K steht für Kerala – Tyndis für einen historischen, versunkenen Hafen in Kerala

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