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Portraitfoto Jan Otto“Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Autoverkehr zu verringern“

Kulturforum Freiburg: Herr Otto, ins Industriegebiet Freiburg-Nord fahren täglich 20.000 Autos. Wie lässt sich die Situation verbessern?

Otto: Zunächst müssen wir die Frage klären, warum die Menschen mit dem Auto kommen. Fehlt die ÖPNV-Anbindung? Oder fahren gerade dann keine Busse und Bahnen, wenn Schichten enden oder beginnen? Der ÖPNV muss...

so gestaltet werden, dass das passt.

Kulturforum Freiburg: Was halten Sie von einer Weiterführung der Stadtbahntrasse 4 mit Ringschluss in Gundelfingen?

Otto: Es ist tatsächlich unattraktiv mit dem ÖPNV aus dem Norden ins Industriegebiet Freiburg-Nord zu kommen. Ein Ringschluss an sich ist sicherlich sinnvoll, Freiburg hat aber wie alle Kommunen nicht unendlich viel Geld. Wir ertüchtigen deshalb gerade den Radweg, damit sich die Leute zutrauen, aufs Rad umzusteigen. Und die Autofahrer von außerhalb könnten zum Park & Ride-Platz im Norden von Zähringen fahren und von dort die öffentlichen Angebote nutzen. 

Kulturforum Freiburg: Ein großes Problem ist der Flächenverbrauch durch ebenerdige Parkplätze wie jetzt beim neuen SC-Stadion in Sichtweite der Messe. Wäre da nicht eine begrünte Hochgarage für beide die bessere Lösung gewesen? 

Otto: Vollkommen richtig! Die Parkplätze beim Stadion werden alle zwei Wochen für rund vier Stunden gebraucht, mehr nicht. 

Kulturforum Freiburg: Können Sie sich zu ebenerdigem Parken eine Initiative im Gemeinderat vorstellen?

Otto: Wir haben bereits Verschiedenes versucht. Aber die Bodenpreise im Industriegebiet sind einfach zu niedrig, um den Anreiz zu bieten, beim Parken in die Höhe zu gehen. Wenn man die Flächenversiegelung in der Rechnung mit abgebildet hätte, dann hätte sich diese Art der Landschaftszerstörung ganz schnell erledigt.

Jan Otto, Jahrgang 1992, arbeitet als politischer Referent und ist seit 2019 für Bündnis 90/Die Grünen Mitglied im Freiburger Stadtrat.

 

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